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Agro-Ökologische Landwirtschaftsschule Fray
Domingo de Vico
Zweisprachige Internatsschule -
Spanisch-Q'eqch'i
In der Schule werden heute 90
Schüler unterrichtet. Sie ist seit 1999 vom
Erziehungsministerium als zweisprachige
Landwirtschaftsschule anerkannt.

Situation und Umfeld der SchuleIn der Pfarrei
Santa Maria Cahabón wohnen 45'000 Menschen, ca.
5'000 im Hauptort Cahabón und 40'000 in 120 weit
verstreuten Dörfern. Die Bevölkerung der rund
1,200 km2 umfassenden Gemeinde lebt zu 95% von der
Landwirtschaft.
Trotz dieser Tatsache gab es bis
jetzt noch keine spezifische Ausbildung für
Kleinbauern. Die Bauern sind von alters her gewohnt durch
Brandrodung Urwald für den Anbau von Mais nutzbar zu
machen. Doch der Urwald ist grösstenteils
verschwunden. Es gibt kaum mehr zusätzliches Land zu
kaufen. Die Bevölkerung nimmt zu. Das niedrige
Gebüsch wird bereits alle 2-3 Jahre abgebrannt (vor
20 Jahren alle 10 Jahre). Das Abbrennen von Feldern und
der intensive Anbau von Mais führt zu einer
fortschreitenden Erosion und Verarmung der Böden.
Aus diesem Grund wurde vor 3 Jahren eine Schule für
die Ausbildung von Bauern zu Agrarpromotoren
gegründet.
BedürfnisnachweisSeit Anfang dies Jahres
2002 funktioniert die Schule unter dem Namen "Instituto
Agroecologico con educación bilingüe Fray
Domingo de Vico". "Instituto" bedeutet in diesem Falle
die Erweiterung der bisher als Primarschule
funktionierenden Landwirtschaftsschule auf
Sekundarstufe.
Ich rufe in Erinnerung, dass in Cahabón sicher 80%
der erwachsenen Menschen nicht lesen und schreiben
können und dies ist der Grund, weshalb wir mehrere
Jahre eine Landwirtschaftsschule auf Primarschulebene
geführt hatten. Durch Alphabetisierungsprogramme hat
sich die Situation in den vergangenen Jahren etwas
gebessert. Das vergangene Jahr war gezeichnet durch
intensive Vorbereitungen, um beim Erziehungsministerium
die Legalisierung unserer Landwirtschaftsschule auf
Sekundarebene erreichen zu können, was wir nun zu
unserer grossen Genugtuung geschafft haben. Damit wird
die Kapazität der Schule auf 90 Schüler
erweitert.
PROJEKTAn dieser Stelle möchten wir Ihnen
die zukünftige Ausrichtung und Ziele unserer
Forstlandwirtschaftsschule vorstellen:
Projekt-Ziel für die Sekundarschule mit
Landwirtschaftsausbildung allgemein:
- Das Bewusstsein wecken, dass Böden und
Wälder geschützt und bewahrt werden
müssen.
- In der Schule ein kritisches Bewusstsein
fördern und den Schülern die Möglichkeit
geben zu entdecken, wie mit örtlichen Ressourcen
Entwicklung und Verbesserung der Lebensbedingungen
möglich ist.
- Ausbildung von Promotoren, die fähig sind im
Bereich der Landwirtschaft Techniken zu vermitteln, die
eine selbsttragende und nachhaltige Entwicklung der
Dorfgemeinschaften ermöglicht.
- Mittels der Schule und mit Hilfe der Schüler
und Ehemaligen organisatorische und technische
Informationen und Praktiken in die Dörfer
hinaustragen, die die Entwicklung der
Dorfgemeinschaften fördert.
- Förderung der Bauernorganisationen, speziell
in Fragen von Vermarktung von Landwirtschaftsprodukten
.
- Förderung der Organisation der Bäuerinnen
in den Dörfern durch deren Integration in den
Prozess und Vermittlung frauenspezifischer Themen.
- Förderung der kulturellen Belange der
Jugendlichen und der lokalen Musik (Marimba,
Harfe)
Ausgelöst durch die Bevölkerungsexplosion
und die, durch Veränderung von Umweltbedingungen
beeinträchtigten Ernten der Grundnahrungsmittel
(Mais und Bohnen), wird immer weniger geerntet.
- Wir suchen praxisorientiert nach Techniken und
geeigneten Methoden, die einen ökologischen und
effizienten Gebrauch der lokal bestehenden Ressourcen
ermöglichen und zu einer Maximierung der
landwirtschaftlichen Produktion fuhren.
Spezifische Ziele:
- Jeder Schüler erhält auf dem
Schulgelände ein Stück Land, das er
während der Schulzeit mit den neuen Methoden
bearbeitet.
- Einführung von Techniken, die die Erosion
vermindern und das organische Gleichgewicht im Boden
aufrechterhalten oder wiederherstellen.
- Einführung von Techniken, die es
ermöglichen, Pflanzenschädlinge und
Krankheiten mit organischen Substanzen zu
bekämpfen.
- Einführung in der Gegend bisher nicht
bekannter Kulturen, z.B. Soya, Rosa de Jamaika, Sesam,
Gurken, Pfeffer, Vanille etc.
- Die Schüler lernen die Haltung von
Hühnern, Schweinen und Kühen.
- Suche nach dem Gleichgewicht zwischen organischen
und chemischen Produkten unter Berücksichtigung
ökologischer und wirtschaftlicher Interessen.
- Spanisch lernen und die Sekundarschule
abschliessen.
- Vermitteln der Grundprinzipien der Buchhaltung, die
es dem Bauern ermöglichen, die Rentabilität
seiner Arbeit festzustellen.
- Den Schülern wird die Wichtigkeit der
Organisation unter kleinen Produzenten nahegebracht in
der Hoffung, dass sie in der Zukunft Prozesse
genossenschaftlicher Verarbeitung und Vermarktung der
Produkte kompetent begleiten können.
- Selbstfinanzierung der Schule in den Bereichen
Ernährung/Küche durch den
Landwirtschaftsbetrieb bis zum Jahr 2005.
Vorgeschichte, Initianten, Trägerschaft1994
begann das Jugendzentrum mit 15 Jugendlichen und ihrem
Traum eines klassischen Internates. Im Fall eines solchen
Internates ist die Gefahr gross, dass die Jugendlichen
ihre Dörfer definitiv verlassen und nach Abschluss
der Schule in die Städte ziehen. Als Dominikaner der
Verapaz entschieden wir uns, dass wir eine Schule wollen,
die einem möglichst grossen Teil der
Bevölkerung nützt. Deshalb tauchte schon bald
die Idee einer Landwirtschaftsschule auf. Mit diesem
Blick auf die Zukunft kauften wir zugleich zu Beginn
genügend Land.
Es dauerte lange Zeit, bis wir die geeignete technische
Begleitung fanden. 1997 schlossen wir einen ersten
Vertrag mit ALTERTEC. In dem Augenblick wohnten 15
Jugendliche im Zentrum, die eine konventionelle Primar-
und Sekundarschulausbildung in einer von Schwestern
geführten Schule absolvierten.
Da nach einer konventionellen Schulbildung im Hauptort in
der Vergangenheit kaum Jugendliche als "Líder" in
die Dörfer zurückkehrten und es schwierig
wurde, Stundenpläne und Prioritäten zu
koordinieren, haben wir 1998 ein Gesuch beim
Erziehungsministerium eingereicht und konnten anfangs
1999 als vom Ministerium anerkannte Landwirtschaftsschule
den Betrieb aufnehmen.
Seit 2002 können die Schüler auch einen
Sekundarabschluss machen.
Zur Zeit begleiten bereits 33 Schüler 156 Bauern und
Bäuerinnen auf ihren Grundstücken und
vermitteln ihnen einfache Methoden, um die Böden und
die Produktion zu verbessern. Die positive Antwort der
Comunidades (Gemeinschaften) ist für uns sehr
beglückend und bestärkt uns darin, dass viele
Grundstücke keine Erträge mehr geben und kaum
mehr furchtbar sind.
Die Bauern sind bereit auf neue Ideen einzugehen und Hand
anzulegen, um auf lange Frist neue Formen der
landwirtschaftlichen Arbeit erzielen zu können. Dies
werden Formen sein, die die notwendige Regeneration der
Böden mit einbezieht und die Kulturen
diversifiziert.
Initiator des Projekts ist Fr. Christoph Gempp OP in
Zusammenarbeit mit den Jugendlichen und der
Bevölkerung. Der Unterhalt der Schule und die
Löhne der einheimischen Lehrer werden finanziell
unterstützt durch CARITAS SCHWEIZ und logistisch und
fachlich begleitet durch ALTERTEC.
(Text von 2002)
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