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Ein Projekt von PRODESSA Purulhá

Familiengärten in 6 Gemeinschaften/Dörfern von Purulhá - März bis Dez 2003

Das Projekt wurde ermöglicht durch die Kommission für Entwicklungshilfe und Missionen der röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern, Schweiz

In diesem Projekt wurden 180 Familiengärten in weit abgePurulha Huertos legenen Berg-Dörfern angelegt mit folgenden Zielen:

  • Sicherung der Ernährung von 180 Familien (Bio Anbau)
  • Stärkung der Selbstachtung der Frauen, u.a. weil sie die Ernährung sichern
  • Stärkung der Beteiligung der Frauen in den betreffenden Gemeinschaften und der Gesellschaft auf allen Ebenen in Bezug auf Gleichheit und Recht
  • Wichtiger Austausch unter Frauen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene
  • Mit den Pflanzung von Medizinalpflanzen wird die Gesundheit und der biologische Pflanzenschutz gefördert.
  • Fördert sehr stark die Selbstständigkeit der Frauen
  • Sie lernen, mit Geld umzugehen, weitere Projekte zu planen und durchzuführen

Auf dieser Seite werde ich laufend über die Arbeiten und Fortschritte der Familiengärten berichten.

Laufender Bericht über das Projekt
Rezept mit Radieschenblätter
Besuch Anfangs Oktober in 3 Aldeas
Fotos vom Besuch anfangs Oktober
Fotos


LAUFENDER BERICHT BER DAS PROJEKT


Purulha Besuch

1. Treffen mit den Vertreterinnen der Frauengruppen aus den 6 Gemeinschaften/Dörfern in den Räumen von Prodessa Purulhá.
Auf unserer Frauen-Kulturaustausch-Reise in Guatemala trafen wir am 26.1.2003 die Vertreterinnen der Frauengruppen zu einem Austausch. Viele Fragen vor allem unsererseits über das Leben der Frauen in ihren Gemeinschaften. Was kochen Sie? Welche Arbeiten verrichten sie? Wann stehen sie auf? Fragen an uns über unsere Familien oder wie das möglich sei, als Frau ohne Familie zu reisen. Noch vor dem gemeinsamen Mittagessen in einem einfachen Restaurant, stellten sie uns ihr Projekt mit den Familiengärten vor. Nach einigen Rückfragen beschlossen wir, Geld für das Projekt in der Schweiz zu suchen. Die Frauen haben uns mit ihrer Begeisterung von ihrem Vorhaben überzeugt. Nach einem viel zu kurzen Austausch nach dem Mittagessen verabschiedeten sich die Frauen. Die meisten hatten einen Fussmarsch von 1,5 - 2 Std. vor sich.

6. Februar 2003 in Guatemala Stadt treffen wir per Zufall in den Gebäuden von Prodessa Marco Antonio Perez, den Leiter von Prodessa Purulhá. Rosalba Beatriz Jul Cal hatte das Projekt schon fertig ausgearbeitet und Marco konnte es mir übergeben.

16.April 2003 Eingabe des Projektes bei der Kommission für Entwicklungshilfe und Missionen der röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern.

23.Mai 2003.Geldübergabe in Guatemala Stadt von Helen Hagemann an Marco Antonio Perez, bzw. Einzahlen des Geldes auf das Konto der Prodessa. Sfr. 7000.- bewilligt von der Kommission für Entwicklungshilfe und Missionen der röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern = exakt 5000.- US$ in Quetzales 39'400.- mit einem guten Kurs von der Bank.Vorerst mit grossem Dank an die Kommission für Entwicklungshilfe und Missionen der Röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern. Fotos von der ersten Begegnung mit den Frauen am 26. Januar 2003.
Purulha Huertos

Anfangs Juni fingen die Frauen an, teils mit Hilfe ihrer Ehemänner, an 9 verschiedenen Orten Terrassen für ihre Vorzeigeparzellen anzulegen. In jedem der 5 Aldeas wurde eine Parzelle angelegt - in Suquinay, legte die grösste der Frauengruppen 3 Parzellen an. Es sind riesige Parzellen, wie auf diesem Bild eine der Parzellen von Suquinay ersichtlich ist, auf denen die Frauen gemeinsam lernen, wie man biologischen Gemüseanbau betreibt. Organischer Dünger, Erosionsschutz an den Rändern der Terrassen und biologische Bekämpfung der Schädlinge.

Am 7. Juli und 25. Juli fuhren zum ersten mal nur Frauen - Vertreterinnen aus den 6 beteiligten Frauengruppen - mit Rosalba von Prodessa nach Tactic. Tactic ist ca. 20 km von Purulhá entfernt und ist bekannt für eine grosse Auswahl an Samen. Samen werden hier in Guatemala in dieser Region bis jetzt ausschliesslich in Tierhandlungen verkauft, genau so wie chemischer Dünger, Tiermedikamente, Tierfutter und Tier-Zubehör. Bis jetzt habe ich ausschliesslich US-amerikanischen Samen gefunden. Samen für Randen, Koriander, Blumenkohl, Weisskohl, Karotten und Radieschen haben die Frauen eingekauft. Etwas später wurde noch Samen von Wicoy (etwas wie runde Zucchetti) und Krautstiele dazugekauft.

Purulha Huertos
Bald schon fingen die Frauen an zu säen und vor allem, allein in ihren Vorzeigeparzellen zu arbeiten. Frauen, die mit einer Hacke in einem Garten arbeiten, das ist vollständig neu. Noch nie haben Frauen allein in der Landwirtschaft gearbeitet. Hier sind sie am anlegen von Terrassen und kein Mann ist zu sehen! Es scheint den Frauen Spass zu machen, obwohl es Schwerstarbeit ist. (Foto von Pinal)

Etwas zur Geschichte von Purulhá. Die Aldeas liegen bis auf 2800 m Höhe. Eher kühles Klima mit viel Nebel und Regen. Schwarze, fruchtbare Erdepurulha huertos . Seit einiger Zeit werden hier Broccoli, Kohl und Randen angebaut. Die grossen Firmen liefern den Bauern die Setzlinge, den chemischen Dünger, Fungizide und Herbizide. Nach der Ernte werden beim Bezahlen der Gemüse die Kosten für die Setzlinge und die hohen Kosten für Dünger, Fungizide und Herbizide abgezogen. Den Bauern bleibt nicht mehr viel Geld für ihre grosse Arbeit und die Böden werden vergiftet. PRODESSA arbeitet nun seit Februar 2001daran, dass die Bauern anfangen, biologischen Gemüseanbau zu betreiben. Es wurden 18 Promotoren in biologischer Landwirtschaft, in Tierhaltung und Forstwirtschaft ausgebildet. Jeder Promotor hat mindestens einen Nachfolger, dem er alles weitergibt, was er selbst gelernt hat. 29 Nachfolger wurden so in denselben Techniken ausgebildet. Viele Ehefrauen von den Promotoren und Nachfolgern sind in den Frauengruppen und arbeiten jetzt an den Familiengärten. Seit September arbeiten die Frauen nicht nur in den Vorzeigeparzellen. Jede der 168 Frauen hat in der Nähe des Hauses einen eigenen Garten angelegt, in dem sie jetzt selber verschiedene Gemüse ansät. (Foto aus Durasno)
Aus dem ganzen Prozess haben sich unerwartete Pluspunkte ergeben:
  • Oft sind es in den Vorzeigeparzellen nicht mehr Angestellte von PRODESSA, sondern die ausgebildeten Promotoren und ihre Nachfolger, die den Frauen helfen, wenn Probleme auftauchen oder sie spezifische Fragen haben.
  • Die Frauen arbeiten oft gemeinsam in den Vorzeigeparzellen und besprechen dabei viele Probleme, tauschen über Kochen und ihr Leben aus.
  • Frauen und Männer arbeiten jetzt oft zusammen, in den Vorzeigeparzellen oder auch in den Familiengärten zuhause.
  • Frauen und Männer reden gemeinsam über den Anbau von Gemüse, über Kochen, Verkauf des Gemüses...
  • Frauen und Männer werden sich über sie Wichtigkeit der Bewahrung und den Schutz der Böden und der Umwelt bewusst.
  • In der gemeinsamen Arbeit werden die sonst starren Grenzen zwischen Frau undPirulha Huertos Mann, jung und alt aufgebrochen. Die Arbeits-Gruppen sind gemischt - jüngere und ältere Frauen und jüngere und ältere Männer arbeiten gemeinsam.
  • Die Frauen sind schon viel selbständiger geworden. Und stolz. Auch sie können jetzt etwas zur Ernährung ihrer Familie beitragen.
  • Von weitem schon sind überall die neu angelegten Terrassen-Parzellen sehr gut erkennbar. Sie werden eine Signalfunktion haben.
Foto: MariaMagdalena aus Pinal reinigt die ersten Radiesli.

Im August haben die Frauen zum erstenmal geerntet - Radieschen. Während der Zubereitung haben sie auch ein neues Rezept kennen gelernt.

! RÜHREI MIT RADIESCHENBLÄTTER !

Blätter Waschen und in feine Streifen schneiden
nach Belieben Zwiebel und/oder Knoblauch fein schneiden
Öl in Pfanne erhitzen
Blätter und Zwiebeln in Pfanne anbraten
Eier dazurühren

Das ergibt ein ausgezeichnetes Nachtessen
dazu grünen Salat mit Radieschen



Besuch in El Jute, Eben Ezer und Pinal anfangs Oktober 2003 - Fotos zum Besuch

Anfangs Oktober war ich einen ganzen Tag mit Rosalba und Marco Antonio in 3 Aldeas unterwegs. Wir haben wunderschöne grosse Parzellen entdeckt. Bioanbau mit einer grossen Anzahl verschiedenster Gemüse. Die von den Promotoren angelegten Parzellen sind natürlich schon weiter, weil sie schon seit 2001 im Aufbau sind. Unterdessen haben die meisten Promotoren kleine Ställe für Hühner, Schweine und neu Kaninchen gebaut. Deren Mist ist willkommener Dünger im Bioanbau. Erst letzte Woche wurde ein Kurs über die Schlachtung und Zubereitung von Kaninchen durchgeführt. Für Frauen und Männer. Kaninchen sind in der Maya Q'eqchi' Kultur als Lebensmittel nicht bekannt.
Die Menschen fangen an, selbstständig zu werden und Phantasie zu zeigen. Neue Produkte werden ausprobiert - auf verschiedenen Parzellen. Dann wird ausgetauscht. Ein Bauer hat zum erstenmal Soja gesät und auch geerntet, während zwei seiner Nachbarn keinen Erfolg damit hatten. Jetzt versuchen sie gemeinsam herauszufinden, was der Grund für Erfolg, bzw. Misserfolg war. Ein Bauer hat unter der Ecke, wo die Kaninchen immer wieder misten, einen kleinen Zuber aufgestellt, um den Harn aufzufangen. Verdünnt ein wertvoller Dünger.
Grosse Komposthaufen sind überall sichtbar. Stolz erzählt uns ein Bauer, wie seine Kinder gelernt haben, verrottbaren Abfall sorgfältig in die angebauten Terrassen zu bringen. Nichts wird hier vergeudet. Alles wird verwertet.
Viele Promotoren weiten ihre Bioterrassen immer weiter auf das konventionell angebaute Land aus. Sie ernten mit dem Bioanbau genau soviel, wie mit dem konventionellen Anbau. Ich habe riesige Randen gesehen. Das Gemüse sieht sehr gesund aus. Schnittsellerie wächst zum Beispiel sehr gut und wird auch gut bezahlt. Die Biobauern können von ihrem Bioanbau leben. Ihre Methoden überzeugen. Und überall sind die Terrassen sichtbar. In der Nähe der meisten Häuser finden wir auch die kleineren oder grösseren Terrassenparzellen der Frauen. Manche Frauen haben ein Stückchen ebenes Land neben ihrem Haus gefunden, das sie nun mit etwas weniger Aufwand auch biologisch bepflanzen. Andere Frauen haben sich in den schon bestehenden Terrassenanbau ihrer Männer integriert und haben dort ihren eignen Garten-Teil.
Die Bearbeitung in den Terrassen ist auch viel angenehmer als in den steilen Hängen, wenn die Terrassen erst einmal angelegt sind. Auch dies ein Vorteil des Terrassenbaus.
Helen Hagemann
[email protected]

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